
Entstehung
der Lamprechtshöhle
Die Lamprechtshöhle ist ein Teil eines großen Höhlen- und Karstsystems, das die Loferer- und Leoganger Steinberge durchzieht. Die Lamprechtshöhle ist vorwiegend an die Schichtgrenze des Dolomitgesteins mit dem rund 400 Meter überlagernden Dachsteinkalk gebunden. Die Schichtgrenze in Kombination mit der meist senkrecht dazu einfallenden Klüftung, bestimmen das Raumbild und bieten die Basis für die Entstehung großer Räume wie den Passauer Dom oder Lamprechtsdom, die durch Gebirgsspannungen immer wieder eingebrochen sind und von Versturzmaterial gerfüllt wurden. Die Anlage der oberen Stockwerke der Lamprechtshöhle erfolgte schon vor ca. 12 Mio. Jahren, die jüngsten Höhlenbereiche im Niveau des heutigen Saalachtales haben wahrscheinlich eiszeitliches Alter (10.000 Jahre).
Die Lamprechtshöhle ist eine aktive wasserführende Höhle, die sich durch die Wirkung der Hochwasser ständig in Veränderung befindet. Die Wasserläufe folgen der Schichtgrenze zwischen Dachsteinkalk und Dolomit und ermöglichten erst dadurch die Erforschbarkeit der Höhle. Die Länge des erforschten Bereiches erstreckt sich mittlerweile auf ca. 50 km. Der Höhenunterschied zwischen dem Eingang im Saalachtal und dem Ausstieg im Ebersbergkar beträgt 1632 m. Die Temperaturen in der Höhle bewegen sich ganzjährig zwischen 5°C und 7°C.
Der erste Durchstieg durch die gesamte Höhle – wenn auch in einzelnen Etappen - gelang im Jahr 1991. Ein Jahr später wurde die erste zusammenhängende Durchsteigung der Höhle vom „Verlorenen-Weg-Schacht zum Höhleneingang im Saalachtal durchgeführt. Einem Team aus polnischen Höhlenforschern gelang es im Jahr 1998 über einen weiteren Zugang in 2296 m Meereshöhe eine Verbindung über den „Vogelschacht“ zur Lamprechtshöhle zu finden." Damit gilt die Lamprechtshöhle derzeit als eine der größten Durchgangshöhlen der Welt.
Typisch für die Entstehung der Höhlensysteme der Leoganger Steinberge ist ihre starke Bindung an tektonischen Strukturen. Die Lamprechtshöhle ist vorwiegend an die Schichtgrenze des Dolomitgesteins und dem überlagernden Dachsteinkalk gebunden. Diese Gesteine sind bereits vor mehr als 200 Millionen Jahren entstanden. Die Bildung der Höhle selbst erfolgte erst viele Millionen Jahre später, als die Gebirgsbildung der nördlichen Kalkalpen bereits abgeschlossen war.
Die Schichtgrenze in Kombination mit der meist senkrecht dazu einfallenden Klüftung bestimmen das Raumbild und bieten die Basis für die Entstehung großer Räume wie den Passauer Dom oder Lamprechtsdom, die durch die Gebirgsspannungen in früher Zeit immer wieder eingebrochen sind und von Versturzmaterial erfüllt wurden. Die Wasserläufe folgten dieser Schichtgrenze zwischen Dachsteinkalk und Dolomit weiteten die Spalten und ermöglichten erst dadurch das Vordringen von Forschern.
Im Bereich der aktiven Wasserläufe konnten solche Verstürze immer wieder erosiv oder korrosiv durch das Wasser beseitigt werden. Der Lamprechtsofen bietet also das Bild einer außerordentlich unruhigen und durch die Wirkung der Hochwässer ständig in Veränderung begriffenen Höhle. Die Lamprechtshöhle ist relativ arm an Tropfsteinen und anderen Sinterbildungen. Dies ist vermutlich auf die niedrigen Temperaturen in der Hochgebirgshöhle zurückzuführen, die die Kalkausfällung begrenzt. Möglicherweise haben aber auch eiszeitliche Schmelzwässer, die in gewaltigen Mengen das Höhlensystem durchfluteten, die Tropfsteine zerstört, bzw. erst gar nicht entstehen lassen. Bis heute ist die Lamprechtshöhle eine wasserführende Höhle.

Abb. Geologische Formation im Bereich Sandbiwak
Die im gesamten Höhlenbereich auftretenden Sande, Schotter und Gerölle bestehen großteils aus Zerfallsprodukten des verwitternden Dolomits. Sie sind stellenweise durch Calcit zu Konglomeratbänken verkittet. Im Hachelgang findet man auch größere Blöcke von kristallinen Gesteinen die auf alten Hochflächen von voreiszeitlichen Flüssen abgelagert wurden und im Wechsel der letzten Eis- und Warmzeiten ihren Weg durch die Schächte und Klüfte des Höhlensystems gefunden haben.








