
Schauhöhle erkunden
Interessantes und Informatives
Der Schauteil der Höhle kann eigenständig erkundet werden (Dauer ca. 45 - 60 min)
Nutzen Sie dabei am besten unseren Audioguide (https://www.hearonymus.com/de/),
der Ihnen interessante Informationen liefert - einfach unten den QR-Code scannen, App herunterladen und los gehts.
Oder fragen Sie nach einer Führung in der Schauhöhle:
(ab 10 Personen, Anmeldung bis 1 Woche vorher)
Ein weiteres Highlight: Die Laternenwanderung in der Schauhöhle
Feste Schuhe und warme Kleidung sind zu empfehlen!
Bitte beachten Sie jedoch, dass Ihr Vierbeiner zahlreiche Treppen bewältigen muss und Sie in der Schauhöhle eng auf andere Besucher und Hunde treffen können.
Führungen im nichtöffentlichen Forscherteil der Höhle werden von staatlich geprüften Höhlenführer/innen angeboten. Anfragen über Kontakt.
Erleben Sie die spannende Entstehungsgeschichte der Höhle, entdecken Sie ihre beeindruckenden Dimensionen und gewinnen Sie Einblicke in ihre Erforschung – begleitet von faszinierenden Erzählungen und Sagen rund um die Lamprechtshöhle.

Möchten Sie mehr über die Lamprechtshöhle erfahren?
Die Schauhöhle Lamprechtsofen
Eine außergewöhnliche alpine Höhle geführt von der DAV-Sektion Passau

Eingangsprotal der Lamprechtsofen-Schauhöhle im Winter (Bild: Dr. Andreas Weber)
Auf halben Weg zwischen Lofer und Saalfelden befindet sich auf der linken Talseite, in der Nähe von Weißbach zwischen den Loferer und Leoganger Steinbergen, die Höhle Lamprechtsofen. Die Lamprechtshöhle wird im Volksmund auch „Lamprechtsofen“ oder „Ofenloch“ genannt. Vom Flughafen Salzburg aus beträgt die Anreisezeit ca. 50 min. Eine Bußhaltestelle befindet sich direkt vor der Höhle (Linie 260 Salzburg - Zell am See). Vor dem Höhleneingang stehen umfangreiche Parkmöglichkeiten zur Verfügung. Sie zählt mit über 60km Länge zu den größten und einer Höhendifferenz von über 1600m zu den tiefsten Höhlen der Welt. Man kann sie auf gut ausgebauten Wegen bis etwa 700m tief in den Berg als Schauhöhle besuchen Direkt vor der Höhle befindet sich das Gasthaus Lamprechtsofen.
Wo auf unserer Erde kann man heute noch „Neuland“ entdecken? Außer in der Tiefsee ist dies nur noch in Höhlen möglich. Es ist das Unbekannte, das Geheimnisvolle, was den Menschen reizt, einen Ort zu betreten - zu erforschen, den noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Der Höhlenforscher - auch Speläologe genannt - gehört mitunter zu den Auserwählten, etwas völlig Neues zu entdecken zu dürfen.

Der Schauhöhlenbereich
Bereits 1899 pachtete die DAV Sektion Passau die Höhle und begann mit der Erschließung. Am 30. Juli 1905 wurde die Schauhöhle mit elektrischer Beleuchtung eröffnet. Ein Novum zu dieser Zeit! Die ersten Besucher kamen wegen der elektrischen Beleuchtung und nicht wegen der Höhle.

14051753 1158093277604790 7549745663628859993 N

Historisches Bild

14311462 1176860809061370 8505084252024227679 O
Heute kann man den Schauhöhlenbereich in ca. einer Stunde ohne Höhlenführer besichtigen Die anschaulichen Informationstafeln vermitteln viel Wissenswertes.
Nach dem imposanten Eingangsportal gelangt man zuerst durch eine Felsröhre hinab zum Höhlenbach, und steigt anschließend in die „Frauenhöhle“ auf, die durch vom Wasser geformte Felsformationen beeindruckt. Eine an einem Seil hängende Höhlenforscherpuppe macht deutlich, dass in dieser Höhle nicht nur Touristen unterwegs sind. Bei der sog. „Kanzlergrotte“ teilt sich der Weg (benannt nach Kommerzienrat Kanzler aus Passau, Höhlenwart der Sektion von 1904 bis 1931). Dieser Bereich kann bei starken Regenfällen überflutet werden. Wasserstandsensoren warnen vor Gefahr, so dass die Besucher diesen Bereich rechtzeitig verlassen können. Ein verschlossenes Eisentor versperrt hier den Weg zum „Forscherteil“.
Durch den „Mariannenstollen“ erreicht man die imposante „Stainerhalle“. Über viele Stufen steigt man durch diesen Schauhöhlenteil zu einer Aussichtsplattform auf. Hier hat man einen fantastischen Ausblick über die Schauhöhle. Die atemberaubende Atmosphäre wird bereichert durch Wasserfälle, Bachrauschen, vom Wasser bizarr geformte Gesteinsoberflächen und Sinterbildungen. Die effektvolle LED Beleuchtung läßt die Gänge und Räume der Höhle besonders geheimnisvoll erscheinen lassen und spielt mit den Elementen Licht und Schatten.
Geschichte und Sagen
Das Interesse für die Lamprechtshöhle begann nicht erst mit der Eröffnung eines Schauteils am 30. Juli 1905. Die „Erforschung“ begann bereits in der Mitte des 17. Jahrhunderts, allerdings nicht wegen der Naturschönheiten, sondern aufgrund der angeblich im Berg versteckten Schätze. Der Sage nach, sollen sie von Ritter Lamprecht – von dem die Höhle übrigens ihren Namen erhielt – bei einem Raubzug erbeutet worden sein. Sein zu Hause war die Burg Saaleck hoch über dem Höhleneingang. Die Sage berichtet: „Ritter Lamprecht besaß zwei Töchter, denen das Erbe des Schatzes nach seinem Tod zufiel. Eine von ihnen war jedoch blind und konnte so bei der Teilung des Erbes von ihrer habgierigen Schwester leicht betrogen werden. Um ihren Reichtum in ein sicheres Versteck zu bringen, schaffte sie den Schatz zur nahe gelegenen Höhle. Aber weder das nimmersatte Ritterfräulein, noch die glitzernden Kleinodien sah man je wieder. Begleitet von einem pechschwarzen, feueräugigen Hund muss sie tief in der „Frauenhöhle“ das unrecht erworbene Gut bewachen, bis sie einst in der Christnacht zur zwölften Stunde erlöst werden wird“.
Diese Sage hat sicher dazu beigetragen, dass im Lauf der Jahrhunderte viele Wagemutige in das Dunkel des Berges eingedrungen sind und einige nicht mehr ans Tageslicht zurückkehrten, wie Skelettfunde bestätigen. Inschriften in der Höhle ab dem Jahr 1833 belegen sicher die ersten ernsthaften Forschungsexpeditionen. Forstmeister Georg Johann Ferchel aus Grubhof zeichnete den ersten Höhlenplan mit dem heutigen Schauhöhlenbereich.

Geschichte

P 1040125
Die Geschichte der Höhlenforschung im Lamprechtsofen reicht somit weit ins 19. Jahrhundert zurück. Traditionell waren Forscherteams des Landesverbandes für Höhlenkunde in Salzburg und ab 1979 polnische Höhlenforscher aus Krakau sehr aktiv.
Bis heute sind mehr als 60 km und fast 2000 Höhenmeter des Lamprechtsofensystems erforscht. Es fanden über die Jahre äußerst schwierige und internationale Expeditionen statt, aber erst 1998 gelang es, eine Verbindung zwischen dem Höhleneingang im Saalachtal auf 664 Hm und dem „Vogelschacht“ im Ebersbergkar der Leoganger Steinberge zu finden

Fledermäuse – Die „Kobolde“ der Lamprechtshöhle
Die Lamprechtshöhle beherbergt geheimnissvolle Bewohner – 9 von 18 in Salzburg vorkommenden Fledermausarten kann man in der Lamprechtshöhle antreffen. Darunter sind z.B. die kleine Hufeisennase, die Mausohren und die Mopsfledermaus.

Mopsfledermaus C Wilfried Rieder

Mausohr C Wilfried Rieder
Fotos: Wilfried Rieder
Fledermäuse sind faszinierende Säugetiere. Sie können sich mit Hilfe der Ultraschallechoortung in völliger Dunkelheit orientieren und jagen. Sie überdauern im Winter sechs Monate ohne Nahrung und sind kleiner als man denkt. Eine erwachsene Zwergfledermaus wiegt nur 4-6g. Die größte Fledermaus in der Lamprechtshöhle, das Mausohr wiegt ca. 25g. Durch ihre komplexe Lebensweise – sie brauchen Sommer- und Winterquartiere sowie geeignete Jagdgebiete – sind viele Fledermausarten stark gefährdet.
Alle heimischen Fledermausarten halten Winterschlaf, da ihre Nahrung – die Insekten – in der kalten Jahreszeit nicht zur Verfügung steht. Die Lamprechtshöhle ist deshalb eines der wichtigsten Winterquartiere im Land Salzburg.







